Blog Kategorie: Du

Motivation: Psychologie, Mythen & Reiss-Motivationsfaktoren im Job

von | 28. Januar 2026 | Du

Motivation ist ein allgegenwärtiges Thema, das uns in allen Lebensbereichen begleitet, insbesondere im Berufsleben. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Motivation? Ist es lediglich der Wunsch nach Belohnung oder steckt mehr dahinter? Dieser Artikel beleuchtet die Psychologie der Motivation, entlarvt gängige Mythen und stellt die Reiss-Motivationsfaktoren vor, um ein umfassendes Verständnis für die Antriebskräfte im Job zu vermitteln. Wir werden untersuchen, wie intrinsische und extrinsische Anreize wirken, welche Rolle Führungskräfte spielen und wie wir unsere Mitarbeitenden optimal motivieren können.

Die Psychologie der Motivation

Die Psychologie der Motivation ist ein komplexes Feld, das sich mit der Gesamtheit der Beweggründe auseinandersetzt, die unser Handeln antreiben. Im Kern geht es darum zu verstehen, warum wir bestimmte Ziele verfolgen und wie wir uns selbst motivieren können, diese Ziele zu erreichen. Die Psychologie betrachtet Motivation nicht als einheitliches Konzept, sondern als ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die unser Verhalten beeinflussen. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Während intrinsische Motivation aus dem Inneren kommt und auf dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und Befriedigung beruht, wird extrinsische Motivation durch Anreize von außen gesteuert, wie beispielsweise Belohnung oder Anerkennung.

jobtrade-du-motivation-01
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Twitter
  • Pinterest
  • Tumblr
  • reddit
  • Gmail

Intrinsische vs. extrinsische Motivation

Intrinsische Motivation entspringt dem Inneren einer Person. Sie ist die Freude und Befriedigung, die wir empfinden, wenn wir eine Tätigkeit ausüben, die uns Spaß macht und uns erfüllt. Intrinsisch motivierte Menschen handeln, weil sie es wollen, nicht, weil sie eine Belohnung erwarten. Im Gegensatz dazu steht die extrinsische Motivation, die durch Anreize von außen ausgelöst wird. Belohnungen, Gehaltserhöhungen oder Beförderungen sind typische extrinsische Motivatoren.

Die Frage, welche Art von Motivation effektiver ist, ist oft diskutiert worden. Grundsätzlich motiviert die intrinsische Motivation langfristig und nachhaltiger, da sie mit einer höheren Arbeitszufriedenheit und einem größeren Engagement einhergeht. Extrinsische Anreize können jedoch kurzfristig die Motivation steigern und dazu beitragen, bestimmte Ziele zu erreichen. Eine ausgewogene Kombination aus beiden Motivationsformen ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Es gilt, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeitenden ihre Arbeit als sinnvoll und erfüllend empfinden und gleichzeitig für ihre Leistungen angemessen belohnt werden.

Motivationsfaktoren im Arbeitsumfeld

Im Arbeitsumfeld spielen zahlreiche Motivationsfaktoren eine Rolle. Neben den bereits erwähnten intrinsischen und extrinsischen Anreizen können auch verschiedene Aspekte die Motivation von Mitarbeitern steigern, darunter:

  • Autonomie und Verantwortung
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Ein positives Arbeitsklima und eine wertschätzende Unternehmenskultur

Mitarbeitende, die das Gefühl haben, selbstbestimmt handeln und ihre Fähigkeiten einsetzen zu können, sind in der Regel motivierter und engagierter. Ebenso wichtig ist es, dass die geleistete Arbeit anerkannt und wertgeschätzt wird. Dies kann durch Lob, Anerkennung oder auch durch materielle Belohnungen geschehen. Demotivierend wirken hingegen Faktoren wie fehlende Wertschätzung, mangelnde Kommunikation, ungerechte Behandlung oder ein schlechtes Arbeitsklima. Die Gesamtheit dieser Faktoren beeinflusst das Mindset der Mitarbeitenden und damit auch ihre Motivation.

Der Einfluss von Führungskräften auf die Motivation

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Motivation von Mitarbeitern. Eine gute Führungskraft versteht es, die individuellen Bedürfnisse und Motivationsfaktoren ihrer Mitarbeitenden zu erkennen und entsprechend darauf einzugehen. Sie schafft ein Umfeld, in dem sich die Mitarbeitenden wertgeschätzt, unterstützt und gefördert fühlen. Durch Mentoring und Coaching können Führungskräfte ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen und sich weiterzuentwickeln. Eine Führungskraft, die ihre Mitarbeitenden demotiviert, kann hingegen großen Schaden anrichten. Ein autoritärer Führungsstil, fehlende Anerkennung oder ungerechte Behandlung können dazu führen, dass Mitarbeitende ihre Motivation verlieren und ihre Leistung sinkt. Effektives Leadership bedeutet daher, die Mitarbeitenden zu motivieren, zu inspirieren und zu befähigen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

jobtrade-du-motivation-02
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Twitter
  • Pinterest
  • Tumblr
  • reddit
  • Gmail

Mythen über Motivation

Häufige Missverständnisse über Mitarbeitermotivation

Es existieren zahlreiche Mythen über das Thema Motivation, insbesondere wenn es um die Motivation von Mitarbeitern geht. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Motivation ausschließlich durch materielle Belohnungen gesteigert werden kann. Zwar können extrinsische Anreize kurzfristig motivieren, doch sie sind selten nachhaltig. Ein weiterer Mythos ist, dass alle Mitarbeitenden gleich motiviert werden können. Jeder Mensch hat jedoch individuelle Beweggründe und Motivationsfaktoren, die berücksichtigt werden müssen. Eine Führungskraft, die ihre Mitarbeitenden effektiv motivieren will, muss deren Bedürfnisse kennen und entsprechend handeln. Der Glaube, dass Motivation eine einmalige Sache ist, ist ebenfalls falsch. Motivation ist ein kontinuierlicher Prozess, der ständige Aufmerksamkeit und Anpassung erfordert. Die Psychologie der Motivation zeigt, dass intrinsische Motivation oft stärker wirkt, da sie auf persönlicher Befriedigung beruht.

Die Rolle von Boni und Gehaltserhöhungen

Boni und Gehaltserhöhungen sind klassische extrinsische Motivatoren, die im Arbeitsleben häufig eingesetzt werden, um Mitarbeitende zu motivieren. Sie können durchaus einen positiven Einfluss haben, insbesondere wenn sie an die Leistung gekoppelt sind und als Anerkennung für gute Arbeit wahrgenommen werden. Eine rein materielle Belohnung kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Wenn beispielsweise nur noch das Geldverdienen im Vordergrund steht, kann die intrinsische Motivation leiden und die Arbeitsqualität sinken. Zudem kann es zu Neid und Missgunst unter den Mitarbeitenden kommen, wenn die Verteilung der Boni als ungerecht empfunden wird. Eine nachhaltige Motivation entsteht eher, wenn Boni und Gehaltserhöhungen als Teil eines umfassenden Motivationskonzepts eingesetzt werden, das auch immaterielle Anreize und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten berücksichtigt. Eine Führungskraft sollte dies bei der Gestaltung von Anreizsystemen beachten, um die Gesamtheit der Mitarbeitenden positiv zu beeinflussen.

Mythen über demotivierende Faktoren

Neben den Mythen über motivationssteigernde Maßnahmen gibt es auch einige weitverbreitete Irrtümer über demotivierende Faktoren. Ein häufiger Glaube ist, dass schlechte Bezahlung automatisch zu Demotivation führt. Während ein angemessenes Gehalt wichtig ist, spielen auch andere Faktoren eine entscheidende Rolle. Es sind unter anderem folgende Punkte, die Mitarbeitende positiv beeinflussen können:

  • Wertschätzung und Anerkennung
  • Ein positives Arbeitsklima

Ein weiterer Mythos ist, dass monotone Arbeit grundsätzlich demotivierend wirkt. Auch repetitive Tätigkeiten können erfüllend sein, wenn sie als sinnvoller Beitrag zum großen Ganzen wahrgenommen werden oder wenn die Mitarbeitenden die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen und den Arbeitsprozess mitzugestalten. Mangelnde Kommunikation, ungerechte Behandlung und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten wirken hingegen oft stark demotivierend. Eine Führungskraft sollte daher ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden haben und ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich alle wertgeschätzt und unterstützt fühlen. Demotivierend kann auch eine Führungskraft sein, die keine klaren Ziele vorgibt.

jobtrade-du-motivation-03
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Twitter
  • Pinterest
  • Tumblr
  • reddit
  • Gmail

Reiss-Motivationsfaktoren

Überblick über die Reiss-Motivationsfaktoren

Die Reiss-Motivationsfaktoren, entwickelt von dem Psychologen Steven Reiss, stellen einen innovativen Ansatz zur Analyse menschlicher Motivation dar. Im Gegensatz zu traditionellen Modellen, die Motivation oft auf extrinsische Anreize oder einfache Bedürfnishierarchien reduzieren, identifiziert Reiss 16 grundlegende, intrinsische Bedürfnisse, die unser Handeln maßgeblich beeinflussen. Diese 16 Motivationsfaktoren, die in unterschiedlicher Ausprägung bei jedem Menschen vorhanden sind, bilden die Basis für unsere individuellen Ziele und Werte. Das Verständnis dieser Faktoren ermöglicht es, sowohl die eigene Motivation als auch die der Mitarbeitenden besser zu verstehen und gezielter zu motivieren. Die Gesamtheit dieser Faktoren prägt das Mindset und die Art und Weise, wie wir uns von anderen Menschen unterscheiden. Die Kenntnis der Reiss-Motivationsfaktoren kann Führungskräften helfen, effektiveres Leadership zu praktizieren.

Anwendung der Reiss-Faktoren im Job

Die Anwendung der Reiss-Motivationsfaktoren im Job bietet vielfältige Möglichkeiten, die Motivation der Mitarbeitenden zu steigern und ein erfüllteres Arbeitsumfeld zu schaffen. Durch die Identifizierung der individuellen Ausprägung der 16 Motivationsfaktoren kann ein Unternehmen Aufgaben und Verantwortlichkeiten so gestalten, dass sie besser mit den intrinsischen Bedürfnissen der Mitarbeitenden übereinstimmen. Wenn beispielsweise ein Mitarbeitender ein starkes Bedürfnis nach Macht und Einfluss hat, kann ihm eine Führungsrolle übertragen werden. Umgekehrt kann ein Mitarbeitender mit einem hohen Harmoniebedürfnis in einem Team eingesetzt werden, in dem Zusammenarbeit und Konsens im Vordergrund stehen. Die Berücksichtigung der Reiss-Motivationsfaktoren ermöglicht es, die individuellen Stärken und Talente der Mitarbeitenden optimal zu nutzen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen und motiviert sind. Die Kenntnis der Motivationsfaktoren kann auch helfen, demotivierend wirkende Faktoren zu vermeiden und eine wertschätzende Unternehmenskultur zu fördern.

Motivieren durch individuelles Mentoring

Individuelles Mentoring, basierend auf den Erkenntnissen der Reiss-Motivationsfaktoren, stellt eine besonders effektive Methode dar, Mitarbeitende zu motivieren und ihre persönliche Entwicklung zu fördern. Eine Führungskraft, die die individuellen Motivationsfaktoren ihrer Mitarbeitenden kennt, kann ein maßgeschneidertes Mentoring-Programm entwickeln, das auf deren spezifischen Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten ist. Das Mentoring kann sich auf die Förderung von Stärken, die Bewältigung von Herausforderungen oder die Unterstützung bei der Karriereplanung konzentrieren. Durch den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung kann die Führungskraft als Mentor die Mitarbeitenden dazu ermutigen, ihre Potenziale voll auszuschöpfen und ihre intrinsische Motivation zu aktivieren. Dieses Vorgehen kann die gesamte Gesamtheit des Unternehmens positiv beeinflussen und dazu beitragen, eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und des lebenslangen Lernens zu etablieren. Eine Führungskraft, die sich als Mentor versteht, kann die Motivation von Mitarbeitern langfristig steigern.

Strategien zur Steigerung der Motivation

Motivierende Führungstechniken

Eine motivierende Führungskraft zu sein, bedeutet, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu verstehen und ein Umfeld zu schaffen, das intrinsische Motivation fördert. Herzbergs Modelle bieten hierfür wertvolle Einsichten. Es geht darum, den Mitarbeitenden Autonomie zu gewähren, ihnen Verantwortung zu übertragen und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Arbeit einen Sinn hat. Eine Führungskraft sollte in der Lage sein, ein inspirierendes Ziel vorzugeben und die Mitarbeitenden auf dem Weg dorthin zu unterstützen. Wichtige Instrumente, um die Motivation von Mitarbeitenden zu steigern, sind unter anderem:

  • Regelmäßiges Feedback,
  • Anerkennung für gute Leistungen und
  • die Förderung von Entwicklungsmöglichkeiten.

Dabei sollte die Führungskraft auch darauf achten, demotivierende Faktoren zu vermeiden, wie beispielsweise ungerechte Behandlung oder mangelnde Kommunikation. Letztendlich geht es darum, eine positive Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der sich die Mitarbeitenden wohlfühlen und ihre Fähigkeiten entfalten können. Es geht auch darum, die Mitarbeitenden zu motivieren, selbstständig zu handeln.

Ziele setzen und erreichen

Das Setzen von klaren und erreichbaren Zielen ist ein entscheidender Faktor, um die Motivation von Mitarbeitenden zu steigern. Ein Ziel sollte herausfordernd, aber nicht unrealistisch sein, um die Mitarbeitenden zu motivieren, ihr Bestes zu geben. Es ist wichtig, dass die Mitarbeitenden das Ziel verstehen und sich damit identifizieren können. Die Führungskraft sollte die Mitarbeitenden bei der Zielerreichung unterstützen, indem sie Ressourcen bereitstellt, Hindernisse beseitigt und regelmäßiges Feedback gibt. Kleine Erfolge auf dem Weg zum großen Ziel sollten gefeiert werden, um die Motivation aufrechtzuerhalten. Es ist auch wichtig, dass die Ziele mit den individuellen Motivationsfaktoren der Mitarbeitenden übereinstimmen. Ein Mitarbeiter, der beispielsweise ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung hat, sollte für seine Leistungen entsprechend belohnt werden. Wenn die Mitarbeitenden sehen, dass ihre Arbeit einen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele leistet, sind sie eher motiviert, sich voll einzubringen.

Belohnungssysteme effektiv nutzen

Belohnungssysteme können ein wirksames Instrument sein, um die extrinsische Motivation von Mitarbeitenden zu steigern, aber sie sollten sorgfältig konzipiert und eingesetzt werden. Es ist wichtig, dass die Belohnungen fair, transparent und an die Leistung gekoppelt sind. Materielle Belohnungen, wie beispielsweise Boni oder Gehaltserhöhungen, können kurzfristig die Motivation steigern, aber sie sind selten nachhaltig. Immaterielle Belohnungen, wie beispielsweise Lob, Anerkennung oder Entwicklungsmöglichkeiten, können hingegen langfristig die intrinsische Motivation fördern. Es ist auch wichtig, die individuellen Motivationsfaktoren der Mitarbeitenden zu berücksichtigen. Ein Mitarbeiter, der beispielsweise ein starkes Bedürfnis nach Autonomie hat, sollte mit mehr Verantwortung belohnt werden. Ein Belohnungssystem sollte nicht nur auf die individuelle Leistung abzielen, sondern auch die Teamleistung berücksichtigen. Es sollte vermieden werden, dass Belohnungssysteme zu Neid und Missgunst unter den Mitarbeitenden führen. Die Gesamtheit des Systems sollte die Mitarbeitenden motivieren und nicht demotivieren.

Du und die Zukunft

Wo stehst du jetzt und morgen ?

Pin It on Pinterest

Share This